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Inklusive WG kann einziehen

Wohnungen der Baugenossenschaft Ried an der Büttelborner Schubertstraße werden im Dezember bezogen

BÜTTELBORN. Der Wohnungsneubau der Baugenossenschaft Ried an der Schubertstraße steht kurz vor der Fertigstellung. Bereits Anfang Dezember werden die ersten Mieter einziehen, erklärte Ried-Vorstandsvorsitzender Jürgen Unger auf Nachfrage. Noch nicht mit dabei sein wird die inklusive Wohngemeinschaft [WG) der Lebenshilfe. Ihr Einzugstermin ist für Februar geplant, erklärt der stellvertretende Geschäftsführer der Lebenshilfe, Daniel Wieland. In der Wohnung der WG wird eine behindertengerechte Küche eingebaut, die mit Spendengeldern der Leser aus der „ECHO hilft“-Aktion aus dem Jahr 2017 finanziert wird.

Die Baugenossenschaft liegt mit dem Projekt besser im Zeitplan als geplant. Zum Baubeginn Mitte September 2018 war als Fertigstellungstermin noch März 2020 genannt worden. Durch den frostfreien Winter konnte zügig weitergebaut werden, so Unger. In dem Wohnhaus entstehen für rund drei Millionen Euro zwölf öffentlich geförderte Wohnungen mit einer Gesamtfläche von knapp 1040 Quadratmetern. Im barrierefreien Erdgeschoss werden drei Wohnungen für die WG reserviert. Eine Wohnung ist rollstuhlgerecht ausgebaut. „Die Wohnung ist fertig“, so Unger.

Die Ried hat die Umbauplanungen bezahlt. Außerdem spendet das Unternehmen 1000 Euro an die jährliche Aktion von „ECHO hilft“. Das Geld sei hier besser aufgehoben als für Präsente an Geschäftspartner, erklärt Unger.

Die Lebenshilfe wurde vom vorzeitigen Bezugstermin etwas überrascht, gesteht Wieland. Planungen und Vorgaben aus dem Teilhabegesetz ließen aber einen früheren Bezug der Wohnung nicht zu.

„Wir haben die Küche gerade bestellt“, erklärt Wieland. Bei einer Firma in Groß-Gerau wurden Ausstattung und Geräte ausgesucht. Die Spendensumme von 27 500 Euro habe genau dafür gereicht. Die Küche wird behinderten- und rollstuhlgerecht sein, betont Wieland.
Im Februar werden fünf junge Männer im Alter zwischen 20 und 30 Jahren mit einer geistigen Behinderung dort einziehen. Sie werden in der WG in ihr selbstbestimmtes, eigenes Leben starten. Betreut werden sie von pädagogischen Fachkräften, die einmal am Tag vorbeischauen und sich nach aktuellen Problemen, Wünschen und Bedürfnissen erkundigen. Außerdem steht die Fachkraft für Kontakte zu Ämtern und Behörden und anderen Schnittstellen zur Verfügung.

Die fünf jungen Männer kennen sich bereits seit Jahren, arbeiten alle in den Werkstätten für Behinderte (WfB) in Mörfelden. „Das Zusammenleben wurde auch bereits erfolgreich getestet", erzählt Wieland.

Die vier Mitbewohner ohne Handicap für die inklusive Wohngemeinschaft werden gerade noch gesucht, so Wieland weiter. In den Universitäten und Hochschulen im Umkreis werden gerade Flyer unter der Überschrift „Zimmer frei - Job dabei“ verteilt. Für die Studenten steht das Zimmer mietfrei zur Verfügung. Als Gegenleistung sollen sie sich um die Gruppe kümmern und vereinzelt am Wochenende zur Verfügung stehen. Dafür gibt es neben dem eigenen Zimmer voll möblierte Küche, Bäder, Ess- und Wohnzimmer, einen Garten, zwei Terrassen, Stellplätze für Fahrrad und Auto, Spülmaschine, Waschmaschine und Trockner.

Von Detlef Volk

Bereits im Dezember, früher als geplant, kann das Mehrfamilienhaus der Baugenossenschaft Ried bezogen werden.

Bereits im Dezember, früher als geplant, kann das Mehrfamilienhaus der Baugenossenschaft Ried bezogen werden.