233 neue Wohnungen

Die Baugenossenschaft Ried investiert 42,6 Millionen Euro in Neubauten. Allein in Biebesheim entstehen 136 Wohneinheiten

Die BG Ried setzt ihre Wohnungsbauoffensive fort. Bis zum Jahr 2028 will die Genossenschaft ihren Bestand von rund 2400 auf 3000 Wohnungen erhöhen. In diesem Jahr rücken drei Projekte in den Fokus: „Wohnen an den Nusswiesen“ in Stockstadt, „Wohnen im Theodor- Heuss-Karree“ in Bischofsheim und „Wohnen am Rhein“ in Biebesheim mit insgesamt 233 Wohnungen.

Los geht es im März 2020 in Stockstadt. Dort sollen bis April nächsten Jahres auf einem 3341 Quadratmeter großen Grundstück 27 öffentlich geförderte Ein- bis Drei-Zimmer- Wohnungen mit Größen zwischen 36 und 78 Quadratmetern entstehen. Die Investitionssumme liegt bei 4,3 Millionen Euro, die Wohnfläche bei 1585 Quadratmeter.

Wie in der Goethestraße in Nauheim bedient sich die BG Ried hier der Holzhybridbauweise, die Ausführung übernimmt ein Generalunternehmer. Systembauweise könne dazu beitragen, bei kleineren Projekten Kosten zu sparen, sagt Ried-Vorstandssprecher Jürgen Unger. Ein Allheilmittel sei sie nicht. Zum einen müssten sich Gebäude immer auch in die Umgebung einfügen, zum anderen sei bei serieller Bauweise aufgrund zu geringer Stückzahlen noch keine hinreichende Produktivität erzielt worden.

Im Theodor-Heuss-Karree in Bischofsheim will die BG Ried von August 2020 bis März 2022 in drei in U-Form angeordneten Gebäudeteilen für 13,3 Millionen 70 Wohnungen mit Größen zwischen 50 und 118 Quadratmetern schaffen. 52 Wohnungen werden öffentlich gefördert sein, 18 frei finanziert. Die Gesamtwohnfläche auf dem 4300 Quadratmeter großen Grundstück beträgt 4758 Quadratmeter. Bei der Offenlage habe es keine Widersprüche gegeben, demnächst stehe der Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan an, so Unger.

Das größte Projekt ist das in Biebesheim: 25 Millionen Euro Investitionssumme, 136 Wohnungen (55 gefördert, 81 frei finanziert), Gesamtwohnfläche 9355 Quadratmeter. Die Wohnungsgrößen bewegen sich zwischen 45 und 128 Quadratmeter, die Gemeinde gibt einen Bauzuschuss von 550 000 Euro. Entstehen werden drei Gebäude mit bis zu sechs Vollgeschossen. Mit einem Objekt mit 50 Wohnungen will die Genossenschaft im September 2020 starten und es bis November 2021 fertigstellen. Für den zweiten und dritten Bauabschnitt muss noch ein vorhabenbezogener Bebauungsplan her.

Interesse hat die BG Ried auch am Baugebiet „Am Hohen Weg“ in Riedstadt-Goddelau. Hier würde sie gern ein Projekt in der Größenordnung von 50 Wohnungen verwirklichen. Zudem bewirbt sich die Genossenschaft um ein Grundstück im Gernsheimer Neubaugebiet Ringstraße II.

„Wir glauben, dass in den Kommunen die Bereitschaft steigt, Genossenschaften wieder mehr Raum zu geben“, sind Unger und sein Vorstandskollege Dirk Röhrig überzeugt. Es gehe um die Frage, wie man bezahlbares Wohnen ermöglichen könne.

Ein Thema bei der BG Ried ist der Frankfurter Bogen. In Städten und Gemeinden, die maximal 30 Fahrminuten mit der Bahn vom Frankfurter Hauptbahnhof entfernt liegen, will das Land Wohnungsbau fördern. Im Einzugsbereich der BG Ried betrifft das Groß-Gerau, Mörfelden-Walldorf, Bischofsheim und Riedstadt. Herausforderungen stellen hohe Grundstückspreise, der geringe Produktivitätsfortschritt in der Bauwirtschaft, Fachkräftemangel, lange Genehmigungsverfahren, hohe Wohnungsnachfrage und steigende Anforderungen in puncto Energieeinsparung und Brandschutz dar. Bei Neubauten versucht die BG Ried, im geförderten Wohnungsbau mit einer Miete von 7,80 Euro je Quadratmeter klarzukommen. „Das schaffen wir aber nur mit einer gewissen Verdichtung“, betont Unger.

Von Jörg Monzheimer

In Bischofsheim sollen bis März 2022 70 Wohnungen, in Stockstadt bis April 2021 27 Wohnungen entstehen.