20 Wohnungen für Goddelau

In der Goethestraße lässt die Baugenossenschaft Ried ein Mehrfamilienhaus errichten.
Wände, Decken und Treppen werden fertig angeliefert.

RIEDSTADT. Ein freies Grundstück in der Goddelauer Goethestraße, ruhig und mit bester Verkehrsanbindung: ein Filetstück. Dass es zwischen Wohnhäusern bisher noch brachlag, hat historische Gründe, denn einst war hier ein Busparkplatz. Nun aber ist ein Wohngebäude geplant, die Baugrube schon ausgehoben. In einem viergeschossigen Kubus mit vorgestellten Balkonanlagen entstehen insgesamt 20 Ein-, Zwei und Dreizimmerwohnungen,
fünf pro Stockwerk, erschlossen über das Treppenhaus mit Aufzugskern. Am Donnerstag trafen sich die Beteiligten vor Ort zum offiziellen Spatenstich.
Positives Signal für den Wohnungsmarkt Bürgermeister Marcus Kretschmann freute sich nicht nur über das positive Signal für den Wohnungsmarkt, sondern auch über die Aufwertung des Quartiers. Der sanierte Bahnhof mit seinem Umfeld sei schon seit gut einem Jahr ein Schmuckstück, nun werde auch die Baulücke in unmittelbarer Nähe geschlossen. Die Nachverdichtung im bestehenden Ortsgebiet sei auch ökologisch sinnvoll: „Wir müssen dafür kein Ackerland neu versiegeln.“ Investor hinter dem Projekt ist die Baugenossenschaft Ried, in der Region schon als zuverlässiger Partner bekannt.

Neben ihrem Aufsichtsratsvorsitzenden Kai Kienzl waren Jan Fischer und Christian Müller, kaufmännischer und technischer Vorstand, für die Zeremonie nach Goddelau gekommen. Beide stehen für die neue Generation in der Genossenschaft, die vor etwa eineinhalb Jahren der vorherigen Leitung gefolgt ist. Fischer ist auch als früherer Bürgermeister von Nauheim bekannt. Er erklärte, dass die Genossenschaft mit Blick auf die gestiegenen Baukosten zeitweise das Te mpo beim Bau neuer Wohnungen gedrosselt und sich mehr auf die Pflege und Aufwertung ihres Bestands konzentriert habe. „Jetzt nehmen wir wieder Schwung auf“, sagte er und verwies auf die moderne Bauweise, die auch in Goddelau eine zeit- und kostengünstige Errichtung ermöglicht. Auf dem knapp 1600 Quadratmeter großen Grundstück ist eine Baugrube von 20 mal 20 Metern ausgehoben. Tief ist sie nicht, denn ein Keller entfällt: Die Bodenplatte aus Beton wird klassisch vor Ort gegossen, danach entsteht der Baukörper in einer Mischung aus Systemund Modulbauweise. Es werden also nicht nur große Betonelemente wie Wände, Decken und Treppen fertig angeliefert und zusammengebaut, sondern die Badezimmer kommen als Module komplett mit Installationen und Fliesen vorgefertigt an. 4,57 Millionen Euro investiert
die Ried in das Projekt, wobei ein Landesbaudarlehen einfließt. Die Miete für öffentlich geförderte Wohnungen, das steht schon fest, wird neun Euro pro Quadratmeter betragen. Um das Haus sind 34 Pkw-Stellplätze vorgesehen, dazu 20 für Fahrräder. Alle Wohnungen sind ohne Barrieren erreichbar, vier davon werden auch im Inneren komplett barrierefrei ausgeführt. Die Ausführung des Baus liegt bei der Firma Goldbeck Südwest als  Generalübernehmer“ – das heißt, neben allen Bauarbeiten wird auch die Planung durch Goldbeck verantwortet. Marissa Garbe, Teamleiterin Wohngebäude der Firma, lobte die Zusammenarbeit mit der Ried eG.

Der Erste Kreisbeigeordnete Adil Oyan verwies auf die Bedeutung des neuen Wohnraums auch für den Kreis insgesamt: „20 Wohnungen erscheinen vielleicht wie ein Tropfen auf den heißen Stein, aber sie sind wieder ein Schritt vorwärts.“ Die Ried hatte das Grundstück schon 2021 von der Firma AWS gekauft, samt Baugenehmigung für zwei Häuser mit zusammen 16 Wohneinheiten. Die ließ man aber verfallen, um neu zu planen: Mit nur einem Baukörper energetisch günstiger, nach dem Standard Effizienzhaus 55, beheizt durch eine mit Ökostrom betriebene Wärmepumpe. Ökologisch ausgerichtet ist auch das Landesprogramm „Großer Frankfurter Bogen“, das neuen Wohnraum in bis zu 30 Bahnminuten Entfernung von Frankfurt fördert, wenn er höchstens einen Kilometer von einem Bahnhof entfernt liegt. Das ist hier eindeutig der Fall, sodass 200.000 Euro Förderung die Stadtkasse entlasten, wie der Bürgermeister sagte. Schneller Baufortschritt Die Konstruktion aus Fertigteilen ermöglicht einen schnellen Baufortschritt: Wenn die Bodenplatte ausgehärtet ist, werden in wenigen Wochen die ersten Elemente darauf platziert. Spätestens im November dieses Jahres soll der Baukörper komplett sein, Anlass für das Richtfest. Dann folgt noch der Innenausbau, und Ende Mai 2027, also in weniger als einem Jahr, sollen die Wohnungen bezugsfertig sein. Etwas Puffer für Unvorhergesehenes ist dabei eingeplant, sodass mit der Einhaltung des Termins zu rechnen ist.

👉Bericht aus dem Groß-Gerauer Echo 22.06.2026 von René Granacher